Aus meiner heilpädagogischen Arbeit ist mir
das Begleiten von Entwicklungsprozessen vertraut.
Jeder Mensch ist anders. Jeder Mensch bringt seine eigene Geschichte,
seine eigenen Fähigkeiten und Bedürfnisse mit.
Es geht darum, genau hinzuschauen, zuzuhören
und individuelle Wege zu finden
– Wege, die diesem einen Menschen entsprechen.
Diese Haltung begleitet mich auch in meiner Arbeit
mit Kleidung und Materialien.
Als Modedesignerin und Künstlerin reizt mich die Frage:
Was steckt in diesem Material?
Was kann sichtbar werden, wenn ich genauer hinschaue?
Was möchte herausgearbeitet werden?
Welche Form könnte entstehen? Und was geschieht,
wenn unterschiedliche Materialien miteinander
in Verbindung treten?
Ich liebe es, Materialien miteinander zu konfrontieren
und gleichzeitig miteinander ins Gespräch zu bringen.
Stoffe, Farben, Strukturen und Oberflächen
können sich gegenseitig verändern,
ergänzen und bereichern.
Manchmal entsteht daraus Harmonie, manchmal Spannung –
und gerade darin liegt der Reiz.
Auch bestehende, geliebte Kleidung gibt mir Impulse.
Sie lockt mich, eine neue Form zu finden, eine neue Gestalt,
vielleicht sogar eine neue Funktion.
Dabei geht es nicht darum, etwas Altes einfach „aufzuhübschen“.
Es geht um Verwandlung.
Um das Entdecken dessen, was bereits vorhanden ist, und darum,
daraus etwas Eigenes entstehen zu lassen.
Für mich ist das eine künstlerische und emotionale Arbeit.
Und eine, die glücklich macht.